Diagnostik

Diese Sonderform der Erhebung der Krankenvorgeschichte fragt zunächst nach den typischen Stress-Symptomen wie Schlafstörungen, erhöhter Infektanfälligkeit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisproblemen, Kopfschmerzen, reduzierter körperlicher und mentaler Leistungsfähigkeit, Erschöpfung schon nach geringfügigen Belastungen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Verdauungsstörungen und hormonelle Dysbalancen.

Besonders wichtig ist eine Frage nach dem Verlauf der Schwangerschaft der Mutter der Betroffenen, der Geburt und der frühen Säuglingsphase aber auch nach schweren traumatischen Erfahrungen in der frühkindlichen und späteren Entwicklung. Diese können im Gehirn der Kinder zu bleibenden Veränderungen führen, die eine erhöhte Stresssensivität mit sich bringen. Dies kann ein wesentlicher Faktor in der Entstehung der Krankheitsgeschichte sein, was bestimmte therapeutische Konsequenzen nach sich zieht.

Dieser Fragebogentest mit 66 von Ihnen zu beantwortenden Fragen gibt uns die Möglichkeit, krankheitsfördernde Verhaltens- oder Empfindens-Muster auszuschließen oder zu sichern. Diese sind meist biografischer bzw. sozialisationsbedingter Natur und können das Risiko, ernsthafte Erkrankungen zu entwickeln, erheblich steigern. Zum Beispiel haben extrem ehrgeizige, eventuell auch perfektionistisch orientierte Menschen mit einer hohen Verausgabungsbereitschaft ein deutlich höheres Erkrankungsrisiko. In diesen Fällen können derartige Muster durch bewusste Bearbeitung und eventuell therapeutische Intervention zum Wohl der Betroffenen angegangen und geändert werden.

Ein überaus charakteristisches Symptom, das sich bei 95 % der Patienten findet, ist eine chronische Hyperventilation (CHV).

Sie ist meist die Folge einer unbewussten Verkrampfung des Zwerchfells oder auch einer stressbedingten Übersäuerung des Organismus. Durch die flache und schnellere Atmung kommt es zu gravierenden Veränderungen im Säure-Basenhaushalt, zu einer Verengung der kleinen Arterien und der Bronchien und zu einer mitunter deutlich verschlechterten Sauerstoff-Aufnahme in die Zelle. Diese „hektische Stressatmung“ hat also gravierende Stoffwechsel-Konsequenzen und trägt zusätzlich zu einer Minderung der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit bei.

Ihre diagnostische Erfassung ist deswegen außerordentlich wichtig und führt zu wichtigen therapeutischen Konsequenzen.

Im Rahmen einer gründlichen Untersuchung müssen organische Ursachen für eventuell schwerwiegende Erschöpfungszustände zwingend ausgeschlossen werden. Es wäre fatal, wenn man z.B. eine chronische Infektionserkrankung mit Leber- und Milzvergrößerung oder gar eine bösartige Erkrankung – beide können schwere Erschöpfungszustände mit sich bringen – die man mittels Ultraschalluntersuchung des Bauchraums sichern kann, übersehen würde.
Bei der Schilddrüsenuntersuchung finden sich sehr häufig bis dato nicht diagnostizierte Knotenbildungen, die dann auch näher abzuklären sind, da sie in seltenen Fällen bösartiger Natur sein können.

Die Untersuchung der Arteria carotis communis (Halsschlagader) gibt sehr frühzeitigen Hinweis auf eine Neigung zur Arteriosklerose oder ein bereits bestehendes Anfangsstadium dieser gefährlichen Gefäßerkrankung.

Diese Untersuchung wird bei allen Patienten über 40 Jahren durchgeführt, weil sie sich gerade im Frühstadium hervorragend behandeln lässt. In der Regel kann diese Form der Arteriosklerose gestoppt und sogar zurückgebildet werden.

 Indirekte Kaloriemetrie mit Messung der Sauerstoff – und Kohlendioxid – Konzentration in der Atemluft, Bestimmung des Ruheumsatzes und Einstufung der weit verbreiteten Verminderung der zellulären Sauerstoffaufnahme durch chronische Hyperventilation, die eine typische Stressfolge ist.

Die Untersuchung der Herzratenvariabilität und damit der Funktion des Autnomen Nervensystems ist eine der aussagekräftigsten im Rahmen der gesamten Stressdiagnostik.

Lässt sich im 24 Stunden HRV-Test – der Kurztest ist ja nur eine Momentaufnahme – eine schwere Erschöpfung des Parasympathischen Bremssystems nachweisen, so ist dies ein eindeutiger und unwiderlegbarer Beweis für eine vorausgegangene bzw. bestehende chronische Stressbelastung.

Hervorragend ist diese Untersuchung auch zur Beurteilung der Schlafqualität und damit der Regenerationsfähigkeit des Gehirns. Ohne gesunden Schlaf lässt sich eine chronische Stresserkrankung nicht überwinden!
Mitunter findet sich eine gravierende Sympathikus-Dominanz, die erheblich krankmachenden Charakter hat.

Bekanntermaßen ist ein schlechtes Ergebnis der HRV mit einer erhöhten Erkrankungsrate (Morbidität) und einer erhöhten Sterberate (Mortalität) verknüpft. Frühzeitig diagnostiziert bestehen aber sehr gute Möglichkeiten dieses Risiko durch gezieltes Training des Parasympathischen Nervensystems wieder zu beseitigen.

Mit dieser Sonderform des Elektroenzephalogramms, das die Möglichkeit zur Gestaltung sogenannter Brainmaps mit sich bringt, können wir Ungleichgewichte der Hirnaktivität darstellen, die häufig stressbedingter Natur sind. Dies ist möglich durch den Vergleich des abgeleiteten EEG’s mit jenen von psychisch und köperlich gesunden Menschen, die in einer Datenbank zur Verfügung stehen. Dabei finden sich auch Hinweise auf erhebliche Stoffwechselstörungen oder Dysfunktionen. Gleichzeitig können wir damit den Betroffenen sehr deutlich belegen, dass ein chronischer Stresszustand des Zentralnervensystems besteht. Diese Untersuchung ist zugleich die Voraussetzung für eine eventuell durchzuführende Neurofeedback – Therapie, die im Abschnitt über das therapeutische Programm näher erläutert wird. Sehr hilfreich ist die Dokumentation der völligen Normalisierung unserer hirnaktivität entsprechend therapeutischer Intervention. Diese Normalisierung kann mitunter auch zur Beseitigung von Schmerzen, Schwindelzuständen, Bluthochdruck, depressiven Verstimmungen und vielem mehr beitragen.

junger Mann auf medizinischem Fahrrad für einen Laktatstufentest

Zur Bestimmung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Entwicklung eines individuellen Trainingsprogramms.

Diese Untersuchung dient der Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit, der Fähigkeit zur Sauerstoffaufnahme und klärt die Frage, ob eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit auf einer Dysfunktion der Energieproduktion in den Muskelzellen (Mitochondrien) beruht oder nicht. Dies wird möglich durch gleichzeitige, stufenweise Messung des Laktat-Spiegels. Auf diese Weise können wir ein individuell angepasstes Trainings- oder Aktivitätsprogramm entwickeln, das gewährleistet, dass körperliche Belastungen nicht zu einer Progredienz der Erkrankung führen. Die gleiche Untersuchung dient auch in hervorragender Weise der Dokumentation einer Besserung der körperlichen Leistungsfähigkeit verbunden mit der Möglichkeit zu jeweils adaptierten, neuen Trainings- oder Aktivierungsprogrammen.

Hydroperoxide, Antioxidative Kapazität, Covid-19 – Antikörperspiegel

Hier sind sehr komplexe Untersuchungen erforderlich, die weit über die Standard Labordiagnostik der Schulmedizin hinausgehen und die Untersuchung der mitochondrialen Funktion, des oxidativen oder nitrosativen Stresses, der hormonellen Leistungsfähigkeit, der Nebennierenfunktion, des Kohlenhydratstoffwechsels, Fettstoffwechsels und Eiweißstoffwechsels, des Immunsystems, der proinflammatorischen Zytokine, bestimmter Nervenbotenstoffe des Kynureninstoffwechsels, wichtiger Ernährungsfaktoren des ZNS, Untersuchungen zum Ausschluss einer Allergie, Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Autoimmunerkrankung, des Säure-Basenhaushalts, der Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, des Nachweis von Antikörpern gegen eine Vielzahl von verschiedenen Erregern und vieles mehr beinhalten.

Die klinische Erfahrung hat gezeigt, dass es ganz bestimmte Gen-Variationen gibt, die unter Stressbedingungen die Entwicklung von Erkrankungen ganz erheblich fördern können.

Dies betrifft z.B. Enzyme, die Stresshormone abbauen und Antioxidative Schutzenzyme, die uns vor Zell- und Organ – Schäden durch Sauerstoff- und Stickstoffradikale schützen können.

Weiterhin Gene für spezifische Proteine, die für die Entspannung des Gehirns von erheblicher Bedeutung sind und Gene für Enzyme, die für die Entgiftung des Organismus über die Leber wichtig sind. Auch das Gen für den Wachstumsfaktor BDNF ist von erheblicher Bedeutung. Eine genetische Variation kann die Ursache erheblicher Gedächtnisprobleme und auch der Unfähigkeit zur abendlichen Entspannung sein.

Die Genetische Diagnostik kann so verständlich machen, warum eine Person unter den gleichen Bedingungen krank wird, die Anderen vermeintlich nichts ausmachen.

Die Ergebnisse der Gen-Diagnostik sind deswegen von herausragender Bedeutung, weil sie durch therapeutische Intervention kompensiert werden können.

Schwermetalle unterschiedlichster Art können die Zellfunktion und besonders die des Gehirns erheblich beeinträchtigen. Dies sind nicht nur amalgambedingte Quecksilberbelastungen, sondern auch viele andere Metalle, die wir mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und der Luft in uns aufnehmen.

Schwermetallbelastungen dieser Art finden sich bei 90% meiner Patienten und führen in der Folge zu einer vorsichtigen und langfristigen Ausleitungstherapie, die für die Aufrechterhaltung und Wiedererlangung der Gesundheit von erheblicher Bedeutung ist.

Bitte beachten Sie

In der Regel werden im Rahmen eines Ersttermins alle Untersuchungen, die in unserem Diagnostischen Profil aufgeführt sind, durchgeführt.
Wegen ihrer Komplexität wird die Diagnostik auf 2 Vormittage verteilt.

Anhand der am zweiten Tag vorliegenden Untersuchungsergebnisse kann bereits ein individuell angepasstes Therapieprogramm in die Wege geleitet werden.