Das Chronische Fatigue-Syndrom (CFS,ME)
Frau hat cronisches Fatigue Syndrom CFS

Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS)

Wie Sie diese Erkrankung überwinden können

Wie Sie diese Erkrankung überwinden können

Mit den folgenden Ausführungen, die auf langjährigen Erfahrungen mit einer großen Zahl von CFS-Patienten beruhen, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf die nach meiner Ansicht eigentliche Wurzel dieser Erkrankung richten.

Damit möchte ich Ihnen helfen, sich nicht mehr als Opfer einer mysteriösen, nach wie vor nicht richtig verstandenen Erkrankung zu fühlen. Wer sich die Mühe macht, seine eigene Lebensgeschichte gründlich zu durchforsten und zu verstehen, hat die Chance, durch ein komplexes Paket notwendiger Maßnahmen seine Erkrankung weitgehend aus eigener Kraft zu überwinden und zu besiegen. Dies geschieht, wenn Sie nicht mehr Opfer, sondern Gestalter ihrer Erkrankung sind.

Die Überwindung einer Erkrankung setzt voraus, dass sie alle Aspekte, die zu ihrer Entwicklung beigetragen haben, zutiefst verstehen.

Denn wenn sie nicht verstehen, welches die tatsächlich ursächlichen Faktoren sind, die für die Entwicklung eines Chronischen Fatigue Syndroms verantwortlich sind, wie können Sie es dann überwinden? Gerade bei dieser sehr komplexen Multisystem-Erkrankung gilt eine Grunderfahrung: Rein medikamentös ist sie nicht heilbar!

Natürlich muss man zwischen Auslösern und Ursache unterscheiden!
Die eigentliche Ursache dieser Erkrankung ist chronischer Stress, der durch Hunderte von individuell unterschiedlichen Stressoren- in 70 % der Fälle sind sie unbewusst- in Gang gebracht wird.

Zwei Ausnahmen muss ich hervorheben:

1.Eine instabile HWS nach unfallbedingter Verletzung des Kopfgelenkes und sekundärem Cerviko-Enzephalem Syndrom. Hier liegt also eine rein mechanische Ursache vor.

2. Eine schwere Schädigung der Mitochondrien durch toxische Substanzen, wie man sie unter dem Antibiotikum Ciprofloxazin kennt.
Seine Anwendung kann zu schweren Schäden der mitochondialen DNA führen.

Nur wer versteht, welche gravierenden und komplexen Veränderungen im Gehirn und im gesamten Organismus durch chronischen Stress ausgelöst werden, kann an ihrer Überwindung mitarbeiten und kann seiner Gesundung von Tag zu Tag näherkommen.

Potentielle Auslöser der CFS-Erkrankung 

Potentielle Auslöser der CFS Erkrankung

Genetik bei CFS und Stresserkrankungen

Zwei Fakten müssen bei der Betrachtung dieser auslösenden Faktoren nachdenklich stimmen:

1. Die häufigste auslösende Virusinfektion ist die mit Ebstein-Barr-Viren. Die Verläufe sind protrahiert und können über Monate hinweg bestehen bleiben, mitunter gibt es sogar eine persistierende Ebstein-Barr-Virusinfektion. Wie ist eine solche Entwicklung möglich, wenn andererseits bei 95% der Bevölkerung Antikörper gegen Epstein-Barr-Viren nachgewiesen werden können, aber nur 0,3% der Bevölkerung die Erkrankung CFS entwickeln?

2. Wie kann es sein, dass schwere psychische Traumatisierungen wie z.B. Misshandlungen, Vergewaltigungen oder gar Kriegserfahrungen ein Chronisches Fatigue – Syndrom auslösen können, das die breite Symptomenskala dieser Erkrankung mit sich bringt. Wo liegt also die Verknüpfung zwischen schweren psychischen Belastungen oder Traumatisierungen und der Entwicklung von neurologischen, immunologischen, endokrinen, muskulären und gastrointestinalen Symptomen. Wieso haben 175.000 US-Soldaten aus den Kriegen in Afghanistan, Kuwait und Irak ein schweres „Posttraumatisches Belastungssyndrom“ entwickelt, das in seiner klinischen Symptomatik mit CFS nahezu identisch ist?

Die Bedeutung der Krankenvorgeschichte

Die Bedeutung der Krankenvorgeschichte

Entscheidende Fortschritte im Verständnis von CFS und seiner Genese erzielt man, wenn man mit dem Patienten eine äußerst ausführliche Anamnese erstellt, die schon mit der Schwangerschaft der Mutter der Betroffenen beginnen sollte. Hier finden sich nämlich in nahezu 100% der Fälle Faktoren, die Auslöser für eine Veränderung der Stressreaktion der Betroffenen sein können.

Seitens der Hirnforschung wissen wir nämlich, dass eine stark belastete Schwangere mit Ihrer Stressreaktion nicht nur die Struktur, sondern auch die Reaktionsweise des Gehirns ihres Babys langfristig verändert. Das gleiche gilt für traumatische Erfahrungen während der gesamten Kindheit, seien es nun plötzliche Krankenhausaufenthalte ohne Begleitung eines Elternteils, Operationen, körperliche Gewalt durch ein Elternteil, schwere Beziehungskonflikte der Eltern, ein Erziehungsstil der mit Angst und Erpressung arbeitet und vieles mehr.

In dem von Prof. Dr. Peter Berg bereits 1999 herausgegebenen Buch „Chronisches Müdigkeitssyndrom und Fibromyalgiesyndrom“ wird auf Seite 81 wie folgt zitiert: „Bei allen Patienten mit der auswärtigen Diagnose CFS fanden wir brüchige Familienverhältnisse, die eine Störung der Autonomieentwicklung sowie ein Fehlen innerer, in Krisen Orientierung vermittelnder Bilder zur Folge hatten.“

Die aktuelle Stressforschung, aber auch die Epigenetische Forschung haben aufgezeigt, dass derartige Erfahrungen die Stressreaktion der Betroffenen langfristig und genetisch fixiert so verändern können, dass diese fortan weniger belastbar sind und wesentlich intensivere Stressreaktionen aufzeigen, als mental und emotional ausgeglichenere, nicht traumatisierte Vergleichspersonen. Dabei konnten im Tierversuch nach willkürlich  erzeugten traumatischen Erfahrungen (Kleinen Rattenjungen wurde die Mutter über 12 Stunden entzogen)  Blockaden bestimmter, strukturell intakter DNA-Abschnitte durch Methylierung der DNA des Glucocorticoidrezeptors  nachgewiesen werden, die diese erhöhte Stresssensitivität erklärten und das unterschiedliche Verhalten der so traumatisierten Tiere nachvollziehen ließen.

Interessanterweise konnte das Verhaltensmuster der traumatisierten Tiere durch Einwirkung biochemischer Stoffe, die die Methylierung aufgehoben haben, völlig beseitigt werden! Ein solcher therapeutischer Eingriff ist bei Menschen leider nicht möglich, da die eingesetzten Substanzen zu toxisch sind. Gleichzeitig sollte es uns nachdenklich machen, dass derartige epigenetische Veränderungen über mindestens 6 Generationen an Kinder, Enkel und Urenkel weitervererbt werden.

Symptome und Behandlung von CFS

Symptome und Behandlung von CFS

Für mehr Informationen bitte auf das „Dreieck“ klicken 

ist aufgrund unterschiedlicher Persönlichkeitsstruktur, Biografie und Genetik höchst individueller Natur und darum so schwer einzustufen. Sie besteht aus einer Mixtur von:

  • neurologischen
  • hormonellen
  • immunologischen
  • metabolischen
  • muskulären und gelenkspezifischen
  • mentalen und emotionalen
  • psychischen
  • entzündlichen
  • allergischen
  • autoimmun bedingten
  • gastrointestinalen
  • mitochondrialen
  • üblicherweise schwer einzustufenden und darum nicht verstandenen Symptomen.

Das Cerviko-Enzephale Syndrom, Folge eines HWS-Schleudertraumas oder auch einer früheren Kopfverletzung, fällt insofern auf dem Rahmen, als es nicht, wie sonst üblich, mit einer vorausgehenden chronischen Stressbelastung verbunden sein muss.

Extreme körperliche und mentale Belastungseinschränkung, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Wortfindungsstörungen, Gereiztheit und Unausgeglichenheit, Einschlaf-und Durchschlafstörungen, unzureichende Erholung, belastungsabhängige Intensivierung, Infektanfälligkeit, Gefühl des Fröstelns oder des leichten Fiebers, Muskel- und Gelenkbeschwerden, erhöhte Schmerzempfindlichkeit und gestörte Schmerzverarbeitung, Lichtempfindlichkeit, Kreislaufschwäche, hoher Puls, völlig fehlende Energiereserven, resignative und mitunter depressive Stimmungszustände, Heißhungerattacken, die auch nächtlich auftreten können, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Schwindel, Tinnitus, Sehstörungen (besonders bei instabiler HWS), Gewichtszunahme, atypische Kopfschmerzen, Migränesyndrom, Menstruationsstörungen, Libidoverlust etc.

Mitunter Stressbelastungen der Mutter schon während der Schwangerschaft, frühkindliche Traumatisierungen (Krankenhausaufenthalte, Operationen), körperliche und emotionale Gewalt seitens des Umfeldes, lieblose Familienatmosphäre, hohe Infektanfälligkeit, körperliche Gewalt seitens der Eltern, Missbrauch, hohe Leistungsanforderungen, fehlende Geborgenheit, mangelndes Selbstvertrauen, unzureichende Ich-Ausprägung, übersteigerte Anpassung, Beziehungskonflikte, Angst und Panikzustände, Ess-störungen, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten etc.

Neben der Anamnese, die eine 80% tige Wertigkeit im Rahmen der Gesamtdiagnostik hat, sind folgende Untersuchungen zwingend erforderlich und hilfreich:

  • Körperliche Untersuchung
  • Ultraschalldiagnostik des Abdomens, der Schilddrüse, evtl. des Herzens, und der Halsschlagader. (Bei der Diagnostik müssen andere organische Systemerkankungen, die ebenfalls mit Müdigkeit einhergehen können, ausgeschlossen werden!)
Technische Untersuchung
  • EKG und Lungenfunktion
  • Spiroergometrie mit Laktat Stufenbelastungstest (spezifische Belastungs-EKG mit gleichzeitiger Laktatmesessung)
  • HRV Kurztest mit RSA Test und Liegen/Stehen Test (Untersuchung des Autonomen Nervensystems)
  • 24 Stunden HRV-Test (Langzeituntersuchung des Autnomen Nervensystems)
  • Indirekte Kaloriemetrie mit Messung der Sauerstoff – und Kohlendioxid – Konzentration in der Atemluft, Bestimmung des Ruheumstzes und Einstufung der weit verbreiteten Verminderung der zellulären Sauerstoffaufnahme
  • Body Impedanzanalyse (BIA) zur Bestimmt der Körperkompartimente
  • Oberflächen-EMG (Elektromyogramm) zur Sicherung des in der Regel massiv erhöhten Ruhe-Muskeltonus
  • Quantitatives EEG mit Darstellung zum Nachweis von stressbedingten Hyperaktivitäten oder der meist vorzufindenden massiven Verminderung der Hirnaktivität
Labordiagnostik

Hier sind sehr komplexe Untersuchungen erforderlich, die weit über die Standard Labordiagnostik der Schulmedizin hinausgehen und die Untersuchung der mitochondrialen Funktion, des oxidativen oder nitrosativen Stresses, der hormonellen Leistungsfähigkeit, der Nebennierenfunktion, des Kohlenhydratstoffwechsels, Fettstoffwechsels und Eiweißstoffwechsels, des Immunsystems, der proinflammatorischen Zytokine, bestimmter Nervenbotenstoffe, des Kynureninstoffwechsels, wichtiger Ernährungsfaktoren des ZNSUntersuchungen zum Ausschluss einer Allergie, Nahrungsmittel-unverträglichkeit oder Autoimmunerkrankung, das Säure-Basenhaushalts, der Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, des Nachweis von Antikörpern gegen eine Vielzahl von verschiedenen Erregern und vieles mehr beinhalten.

Genetische Diagnostik

Genetische Variationen von insgesamt 14 Genen, darunter antioxidative Schutzenzyme (SOD2, Glutathionperoxidase, NADH-Dehydrogenase MTHFR-Gen etc.), Phase II-Entgiftungsenzyme, stressrelevante Gene (COMT, MAO-A und MAO-B, Glukokortikoid-Rezeptor, FKBP5, etc.) gehören inzwischen zwingend zum diagnostischen Standard, da sie die Entwicklung und den Verlauf der Erkrankung und ihrer Ausprägung ganz erheblich mitbestimmen können.

Der AVEM-Test

Ein von der Universität Jena schon vor 20 Jahren entwickelter Fragebogen, der die Einstufung des Stress- oder Persönlichkeitstyps möglich macht, da der Umgang mit sich selbst und mit Stressbelastungen, der häufig zwanghafter Natur sein kann, ein wesentlicher, meist unbewusster Mitauslöser der Erkrankung ist. Die Kenntnis dieser meist sozialisations-bedingten, spezifischen Verhaltens-und Empfindensmuster ist von außerordentlicher Bedeutung und kann auch wesentliches Ziel therapeutischer Intervention sein.

Toxikologische Diagnostik

DMSA- Test zum Ausschluss häufig vorzufindener Schwermetallbelastungen, Fettbiopsie zur Sicherung von toxischen Belastungen mit diversen Umweltgiften, Pestiziden, Insektiziden, DDT, Lösemitteln etc.

Therapeutische Erfolge ohne konsequente Mitarbeit des Patienten sind so gut wie nicht möglich. Der/die Betroffene muss ein tiefes Verständnis von den komplexen Zusammenhängen seiner spezifischen Erkrankung entwickeln, um die notwendigen Konsequenzen und die Motivation entwickeln zu können, die er auf dem Weg hin zur Heilung zwingend benötigt.

Die Erfahrung zeigt, dass hoch motivierte, zuversichtliche und konsequente Patienten, die alle Ihnen angebotenen therapeutischen Möglichkeiten nutzen, die höchste Erfolgsquote aufweisen. Von größter Bedeutung ist es, einen Zustand innerer Ausgeglichenheit und Gelassenheit zu erreichen, da dieser auf allen Funktions-Ebenen des Organismus ganz wesentliche Verbesserungen mit sich bringen kann.

Die Therapie untergliedert sich entsprechend ihrer Gewichtung in folgende Schritte:

1. Konsequente Stressreduktion durch:
  • Bewusste Änderung des Lebensrythmus
  • Umprogrammierung des Gehirns bzw.lebensfeindlicher Gedankenspiralen
  • Anpassung der Belastungen an das vorhandene Energieniveau
  • Zweimal täglich zu praktizierende, atemzentrierte Achtsamkeits- Meditation
  • Zweimal täglich zu praktizierendes konsequentes Atemtraining zur Beseitigung des meist schweren zellulären Sauerstoffmangels und der massiven Durchblutungsstörung aller Organe durch CO2 Mangel und daraus resultierende Gefäßverengung und Minderdurchblutung
  • Verwendung von Trance CDs zur Modulation zwanghaft destruktiver Verhaltensmuster. ( Neuroplastische Therapie)
  • Stilles Qi Gong, Tai-Chi und andere Entspannungstechniken
  • Ständiger Wechsel zwischen kurzen Belastungsphasen, kontrolliert durch Pulsuhr, und ebenso langen Entspannungsphasen
  • Delegierung von Aufgaben, soweit möglich
  • Beendigung krankmachender Beziehungen oder Arbeitsverhältnisse
  • Therapeutische Unterstützung bei schwer zwanghaften, destruktiven Verhaltensmustern oder traumatischer Genese der Erkrankung
  • Wiederherstellung einer „Harmonie zwischen Innen und Außen“ durch Anpassung wesensfremder Verhaltensmuster an die eigenen inneren Werte

2. Höherdosierte Antioxidanzientherapie und Ausgleich der in der Regel stets vorzufindenden Mangelzustände

3. Substanzen zur Reduktion der zerebralen Hyperaktivität und Verbesserung der Schlafqualität

4. Medikamente zur Verbesserung der gestörten mitochondrialen Funktion

5. Behandlung der Nebennierenfunktionsstörungen und evtl. anderer hormoneller Dysbalancen (Testosteronmangel, Östrogen – Dominanz, DHEA und Adrenalinmangel etc.)

6. Moderates körperliches Training, dem vorhandenen Energieniveau stets angepasst!

7. Bei Krisenzuständen und schweren Infekten Infusionstherapie, Immunmodulation der meist vorzufindenden, schweren Minderung der Immunaktivität (Hochdosiertes Vitamin D)

8. Entgiftende Behandlungen (Schwermetalle, Umweltgifte) immer der genetischen Entgiftungskapazität angepasst und mit größter Vorsicht durchzuführen!

9. Umstellung der Ernährung (Kohlenhydratarm, reich an gesunden Fetten und überwiegend pflanzlichen Proteinen, reich an Antioxidanzien, hoher Rohkostanteil, grüne Säfte, Kokosöl etc.). Berücksichtigung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Glutenintoleranzen, Fructose-, Laktose- oder Sorbit- und eventueller Histamin-Intoleranz

10. Bei schweren Fällen längerfristige Krankschreibung, Unterbrechnung des Schulbesuchs, der Arbeit und starke Reduktion haushaltlicher Pflichten

11. Konsequente Bewusstseinsarbeit und, wenn erforderlich, psychotherapeutische Unterstützung

12. Vorsichtige Atlastherapie bei instabiler HWS, isometrische Übungen, nächtliches Nackenband

13. Intermittierende Hypoxie-Therapie zur Regeneration der Miochondrien

14. Neurofeedbacktherapie

Neurofeedback ist eine computergestützte Trainings- und Behandlungsmethode, mit der man die Charakteristik der eigenen Gehirnaktivität, die man üblicherweise ja nicht wahrnimmt, darstellt und durch bestimmte Übungen verändert. So kann z.B. die stressbedingt überhöhte Aktivität des Gehirns durch entsprechende Übungen im Verlaufe mehrerer Trainingssitzungen so stark reduziert werden, dass stressbedingte Symptome wie Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen nicht nur deutlich gebessert, sondern auch völlig beseitigt werden können. Dieser therapeutische Erfolg hat in der Regel bleibenden Charakter, da er auf der neuroplastischen Fähigkeit des Gehirns, auf Wiederholungen mit strukturellen Veränderungen zu reagieren, beruht.

Dies ist besonders dann hilfreich, wenn die eigentlichen Stressoren, die das Gehirn in diesen Zustand manövriert haben, unbekannter Natur sind. Eine solche Konstellation liegt bei etwa 70% jener Betroffenen vor, die unter chronischem Stress stehen.

Eine Harmonisierung pathologischer Gehirnaktivitäten kann so auch ohne eine Analyse der eigentlichen Hintergründe solcher Entwicklungen erreicht werden.

Die Gründe warum und wie CFS überwunden werden kann

Die Gründe warum und wie CFS überwunden werden kann

Wesentlich ist die Erkenntnis, dass ein zentraler Faktor für die verminderte mitochondriale ATP-Produktion und den eklatanten Energiemangel auf mentaler und körperlicher Ebene Folge einer in nahezu 100% der Fälle vorliegende chronischen Hyperventilation ist.

Sie wird durch den unter chronischem Stress stets erhöhten Sympathikotonus ausgelöst, der Ursache des erhöhten Ruhe-Muskeltonus ist. Dieser wird nämlich vom Tonus des Sympathischen Nervensystems bestimmt. Der erhöhte Muskeltonus führt zu einer Verkrampfung des Zwerchfells, die zu einer erhöhten Atemfrequenz zwingt.

Bei erhöhter Atemfrequenz kommt es zu einer vermehrten Abatmung von CO2 und damit zu einem CO2 Mangel im Blut.

Genau an dieser Stelle beginnt ein fataler Teufelskreis: 

Der Mangel an CO2 und die damit verbundene Blutalkalose (Entsäuerung des Blutes) führt zu einer generalisierten Verengung kleiner Arteriolen und damit zu einer starken Minderdurchblutung aller Organe, die sich besonders im Bereich des Gehirns und der Muskulatur bemerkbar macht.

Gleichzeitig reguliert CO2 das Ausmaß der Freisetzung von Sauerstoff aus seiner Bindung an den Blutfarbstoff Hämoglobin. Nur wenn der CO2 Spiegel im Normbereich liegt, kann sich der Sauerstoff aus seiner Bindung an Hämoglobin lösen und in die Zelle aufgenommen werden.

Bei erniedrigtem CO2 Spiegel werden mitunter über 50% des zur Verfügung stehenden Sauerstoffs (O2) über die Lunge wieder abgeatmet. Dieser eklatante Mangel an Sauerstoff, über die indirekte Kaloriemetrie exakt messbar, ist einer der wesentlichen Gründe für den gravierenden Energiemangel, den CFS-Patienten bei dieser Erkrankung erleben!

Dieser O2 Mangel wiederum verstärkt den CO2-Mangel des Blutes, denn Kohlendioxid ist das Endprodukt eines normalen mitochondrialen Stoffwechsels. Wenn den Mitochondrien aber bis zu 50% weniger O2 zur Verfügung stehen, ist nicht nur die ATP-Produktion drastisch reduziert, sondern auch die CO2 Produktion. So kommt zu dem atmungsbedingten CO2 Mangel auch noch einer gravierende Stoffwechselkomponente hinzu, die das Problem nochmal massiv verstärkt.

Auch auf der Ebene des Gehirns und der Muskulatur kommt es zu einem Teufelskreis.

Im Gehirn sorgt der Sauerstoffmangel und die starke Minderdurchblutung infolge Gefäßverengung für erhebliche Funktionsstörungen. Konzentrationsminderung, Brainfog, Störungen des Kurzzeit-gedächtnisses und vorzeitige mentale Ermüdung, Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen etc.

Das Gleiche gilt für die Muskulatur, die ebenfalls einen hohen Energiebedarf hat. Die muskuläre Belastbarbeit wird immer mehr reduziert, die Gehstrecken werden immer kürzer. Die Muskeln können aufgrund vermehrter Laktatproduktion schneller „zu machen“, verbunden mit Schmerzen, die durch von Laktat ausgelöste Reizung von Nozizeptoren (Schmerz übertragende Nervenendkörperchen) entstehen. Es entwickeln sich schmerzhafte Muskelverspannungen. Im Laufe der Zeit kann hieraus auch ein sekundäres Fibromyalgiesyndrom entstehen.

Bei chronischer Hyperventilation kommt es zu einer relativen Hypocalcämie (Calcium wird an ein Transporteiweiß gebunden und verliert dabei seine Wirkung. Der Anteil des ionisierten Calciums sinkt. Der Muskeltonus steigt, die Erregbarkeit der Muskulatur durch geringe nervale Impulse erhöht sich.

Aufgrund des Sauerstoff- und damit des Energiemangels stellen die Zellen auf anaerobe Ernergieproduktion um, die aber nur 1/16 der oxidativen Ernergieproduktion beträgt. Beim Umbau von Pyruvat zu Laktat kommt es zur Anhäufung von Protonen, die ein wichtiges Transporteiweiss blockieren. 
Die Energie Produktion wird abrupt um 90% reduziert.

Unter stressbedingt erhöhtem Sympathicotonus fördert dessen Nervenbotenstoff Noradrenalin die vermehrte Sauerstoff- und Stickstoff-Radikalbildung. Erhöhtes Stickstoffmonoxid (NO) blockiert die mitochondriale Atmungskette. Deren Pumpfunktion wird eingestellt. Es kommt zu einem Protonenstau, der wichtige Enzyme des mitochondrialen Stoffwechsels blockiert.

Aufgrund der stark reduzierten ATP-Produktion wird die anaerobe Glykolyse angekurbelt, die ebenfalls Protonen anhäuft. Diese hemmen ausgerechnet jenes Enzym, das Pyruvat, das Endprodukt der Glykolyse im Zellkörper, in den mitochondrialen Citratzyklus einschleust. Pyruvat wird also vermehrt in Laktat umgewandelt, das den ATP/ADP Transporter blockiert. Damit fallen mit einem Schlag 90% der ATP- Produktion flach. Es erfolgt ein kompletter energetischer Zusammenbruch! Post exertionel Malaise)

Zusammenfassend ist eine stressbedingte Störung der Atmung, die man chronische Hyperventilation nennt, hauptverantwortlich für den eklatanten Energiemangel bei Patienten mit Chronischem Fatigue-Syndrom. Wird die hierbei vorzufindende Störung der Sauerstoffaufnahme in die Zellen durch indirekte Kaloriemetrie (Messung der Sauerstoff-und CO2-Konzentration in der Atemluft ) oder durch den Test auf chronische Hyperventilation nach Prof. Buteyko gesichert, kann die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit von Patienten mit CFS durch konsequentes Atemtraining entscheidend verbessert werden.

Natürlich müssen weitergehende therapeutische Maßnahmen zugleich für eine generelle Entlastung des Gehirns sorgen, denn dies ist die Vorraussetzung dafür, dass die verminderte Cortisolproduktion der Nebennierenrinde, die ebenso wesentlich zum Energiemangel beiträgt, nach und nach aufgehoben wird.

Denn die Ursache dafür ist ein adaptiver Prozess, mit dem sich das Gehirn vor weiterer Überforderung schützt. Dabei wird die Ausschüttung des Starterhormons der Stressachse, des CRH (Corticotropes Releasing Hormon), immer mehr reduziert, was die Cortisolproduktion der NNR zunehmend in den Keller fährt.

Mit der Konsequenz, dass die Bereitstellung von Energie in Form von Glucose, eine der Hauptfunktionen des Cortisols, immer mehr schwindet, bis die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit vollkommen am Boden liegt.

Dies sind also die eigentlichen Ursachen des extremen Energiemangels bei CFS und anderen stressbedingten Erschöpfungserkrankungen:

  • Stressbedingte chronische Hyperventilation
  • Stressbedingte Reduktion der Cortisolproduktion

Prognose des chronischen Fatigue Syndroms (CFS)

Prognose des chronischen Fatigue Syndroms (CFS)

Gehirnaufnahme von CFS Kopf

Ist der einleitend beschriebene Zustand infolge jahrelanger, meist unbewusster chronischer Stressbelastung einmal eingetreten, bedarf es großer Geduld und therapeutischer Konsequenz, um die erschöpften Regulations- und Organ-Systeme nach und nach wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Je nach den vorliegenden Stressoren, der individuellen Genetik und Epigenetik und den häufig vorzufindenden krankheitsfördernden Verhaltensmustern, der inneren Disziplin und dem unbedingten Gesundungswillen der Betroffenen sind alle Formen von CFS, die nicht mechanischer (instabile HWS) oder toxischer Natur sind, überwindbar!

Es ist möglich CFS hinter sich zu lassen!