Volkskrankeit Stress

Die folgenschwerste aller Geiseln?

Die dramatische Zunahme stressbedingter Erkrankungen ist nicht mehr zu übersehen. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht in einer der großen Wochenzeitschriften und Magazine Artikel über diese immer mehr zunehmenden Folgekrankheiten - eine an sich logische Konsequenz krankmachende Lebensumstände in den typischen, leistungsorientierten Industrienationen - berichtet wird.

"Burnout-Alarm“ oder "Generation Burnout“ titelt der Focus in seiner Ausgabe 23/2010 und 37/2011. Sechszehn leitende Ärzte die romantische Kliniken fordern mit Recht eine breite gesellschaftliche Diskussion dieser "erschreckenden“ Entwicklung.

"Total erschöpft“ - am Beispiel verschiedener Lebensgeschichten von Prominenten, die wie Millionen Männer und Frauen ausgebrannt und erschöpft sind, schildert der Stern in seiner Ausgabe Nr.40/2011 die Hintergründe dieser überaus Besorgnis erregenden Entwicklung.

Stress, in seiner gesundheitsschädigenden Form auch Dis-stress genannt, bringt Körper, Geist und Seele aus dem Gleichgewicht und löst nicht nur Burnout, sondern eine Vielzahl unterschiedlichster Erkrankungen aus.

Es gibt kaum eine der vielfältigen chronischen Zivilisationserkrankungen, bei der nicht Stressfaktoren eine wesentliche, wenn nicht sogar die zentrale Rolle spielen. Zu ihnen zählen die Allgemeine Gefäßerkrankung, die Koronare Herzerkrankung, Herzschwäche, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Übergewicht, Hormonelle Störungen, Neurologische Systemerkrankungen wie Alzheimersyndrom und Parkinsonsyndrom, Schlaganfall, Chronische Augenerkrankungen, Tinnitus, Chronische Ermüdung und Erschöpfungszustände, Abwehrschwächen und Immun- Erkrankungen - die Reihe der hier aufzulistenden Erkrankungen ist endlos.

Da wir aber ein Symptom und Profit orientiertes Gesundheitssystem haben, und sowohl Gesellschaft, Wirtschaft und Politik an der Offenlegung der krankmachenden Faktoren und Lebensumstände in Familie, Beruf und Gesellschaft nicht interessiert sind, fehlt es an einem allgemeinen gesellschaftlichen Bewusstsein zu dieser katastrophalen Entwicklung.

Schon längst haben Wissenschaftler die komplexen Veränderungen beschrieben die sich immer Komplex vernetzt im Geist, Seele und Körper abspielen, wenn wir unter chronischen Stressbelastungen, nichtenden der Überforderung, pathologisch hohen eigenen Ansprüchen, und dem stets krankmachenden Leistungsdruck stehen, der nun schon im Kindergarten beginnt und schon Schüler und junge Studenten in die Verzweiflung treibt, aus der sie nur noch eine irgendwie geartete Krankheit befreien kann.

Schon lange wissen wir um die engen Verknüpfungen zwischen unserem Denken, der daraus resultierenden Bildung von ganz spezifischen Nervenbotenstoffen (Neurotransmittern) die einen engen Kontakt zum Immun und Hormonsystem haben. Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol, die in akuten Notsituationen zu hilfreich sind, werden bei chronischer Überproduktion zu auslösen schwerer Erkrankungen, dringen unseren Stoffwechsel völlig aus dem Gleichgewicht verbrauchen wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, die uns auch bei ausgewogene Ernährung dann fehlen und fühlen uns eines Tages zum individuell sehr unterschiedlich ausgeprägten Zusammenbruch.

Schon lange vorher, würde man die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten 30 Jahre ernst nehmen und in die Praxis umsetzen, können diese Entwicklungen anhand einer ausführlichen Anamnese, klinischen Untersuchung und tiefergehender Laboruntersuchungen festgestellt werden.

Doch an eigentlicher Prävention ist in dieser Gesellschaft niemand interessiert. Sie würde uns verpflichten über die eigentlichen Hintergründe nachzudenken, und hätte globale gesellschaftliche Veränderungen zur Folge. In einem von der pharmazeutischen Industrie beherrschten Gesundheitswesen werden derartige Überlegungen und die diese Zusammenhänge billigend in wissenschaftliche Erkenntnisse, die es schon seit Jahrzehnten gibt, gezielt unterdrückt und verschwiegen.

Auch eine andere Form von Stress, nämlich jener durch Umweltgifte, Schwermetalle, Chemikalien und toxische Medikamente wird weitgehend aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verdrängt, die Orthodoxe Medizin belächelt jene Kollegen, die sich mit dieser Materie auseinandersetzen, die organisierte Ärzteschaft und die Politik versagen ihr die notwendige Unterstützung.

Krankenkassen verweigern die notwendige Diagnostik und erst recht die schon längst vorhandene, weit gehend unschädliche und auf natürlichen Substanzen basierende Therapie.

Die meisten chronischen Erkrankungen sind keineswegs nur seelischer Natur, sondern umfassend stets Geist, Körper und Seele, denen jede Form unnatürlichen Drucks, jede negative Gedanke, jede Angst- betonte Idee, setzt sofortige molekularbiologische Veränderungen in Gang, aktiviert bestimmte Gene und setzt so zelluläre Schäden, die erst Jahre später als so genannte "Organerkrankung "festgestellt werden.

Bes. eindrucksvoll sind die Zusammenhänge zwischen geistig-seelischen Faktoren und der massiven Verstärkung von destruktiven Stoffwechselprozessen, wie man sie auf zellulärer Ebene in Form des Oxidativen und Nitrosativen Stresses vorfindet. Die dadurch ausgelösten Erkrankungen und Symptome habe ich in meinem Artikel „ Paradigmenwechsel im Verständnis chronischer Zivilisationserkrankungen", wie auch in meinen Veröffentlichungen zum Chronischen Müdigkeitssyndrom und Burnoutsyndrom ausführlich beschrieben.

Die Möglichkeiten zu Frühdiagnostik und Prävention sind schon längst vorhanden, auch wenn sie natürlich vertieft und ergänzt werden müssen. Politik, Krankenkassen, Medizin und Gesellschaft verweigern die Auseinandersetzung mit den eigentlichen Krankheitsauslösern, denn dann müsste der man sich von dem Gesellschaftsmodell der leistungsorientierten Industriegesellschaften verabschieden. Solange aber Profit und wirtschaftliches Wachstum, die Götzen unserer Zeit, über allem stehen, kann nur der einzelne sich selbst aus diesem zerstörerischen Kreislauf befreien und durch bewusste, seine Gesundheit und sein inneres Gleichgewicht aufrechterhaltende Lebensführung, vor den zerstörerischen und letztlich tödlichen Konsequenzen dieser Menschenverachtenden Lebensform schützen.

Wer diesem Teufelskreis entrinnen will, muss zurücktreten, eine ehrliche Analyse seines geistigen, seelischen und körperlichen Zustandes erstellen, muss seine Ziele und Wege hinterfragen, und in Form einer gründlichen körperlichen Untersuchung, einer umfassenden laborchemischen Stoffwechselanalyse, einer Überprüfung seiner Ernährung, seines Verhältnisses zu Arbeit und Entspannung, seines geistigen und seelischen Gleichgewichts und manchem mehr das Ruder herumreißen, den Tagesablauf vereinfachen und verlangsamen und letztlich wieder zu dem zurückfinden, was tatsächliche innere Zufriedenheit und im besten Falle Glücklichsein erzeugen kann.

Wer aber einfach so weiter macht, sich mit materiellen Ersatzbefriedigungen betäubt und sein eigentliches Dilemma verdrängt, wer also vor sich selbst und der Realität wegrennt, der braucht sich nicht wundern, wenn er eines Tages zusammenbricht oder eine schwere Erkrankung entwickelt.

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