ADS/ADHS

Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivität

Die stete Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten im Kindesalter kann nicht mehr übersehen oder wegdiskutiert werden. Zwischen 3 und 10 % eines Jahrgangs leiden unter ADS/ADHS. Es gibt keine Schulklasse, in der nicht ein oder mehrere Kinder davon betroffen sind. Dies schafft zunehmende und erhebliche Probleme in der Familie, im Unterricht und im sozialen Umfeld und wird in der Regel mit der Beruhigungskeule „Ritalin“ beantwortet. Ein Medikament, was Kinder in ihrer Hyperaktivität reduziert und sie verträglicher für die Umwelt machen soll. Die Tatsache, dass 18 Millionen Ritalinrezepte verschrieben werden und dies trotz zunehmender und bekannter Nebenwirkungen, zeigt, wie man allgemeinhin mit diesen „Problemkindern“ umzugehen pflegt. Eine eindeutige pathophysiologische Ursache dieses Syndroms ist bisher nicht bekannt.

Aus der Forschung ist allerdings folgendes festzuhalten:

  1. Viele AD(H)S-Kinder zeigen Unterschiede in der Entwicklung des Frontalgehirns. Hier werden Impulse, Emotionen, Angst, Wut, Ärger und Verzweiflung kontrolliert und gesteuert. Das Frontalhirn bei ADHS-Kindern wird schlechter durchblutet und verbraucht weniger Sauerstoff und Glukose gegenüber Normalkindern. Durch MRT-(Kernspin) Untersuchungen konnte gesichert werden, dass AD(H)S-Kinder ein relativ kleineres Gehirn als eine Vergleichsgruppe aufwies.
  2. Auf Grund einer verstärkten Dopaminproduktion wird der Mangel an Konzentrations- fähigkeit verstärkt. Ritalin hemmt die Dopaminausschüttung und kann so die Konzentrationsfähigkeit steigern, eine kausale Therapie ist dies allerdings nicht , nochdazu mit nicht unerheblichen nebenwirkungen behaftet.Die differenzialdiagnostische Palette, die bei jedem Kind mit Verhaltensauffälligkeiten bedacht werden muss, umfasst Störungen des Zuckerstoffwechsels in Form zu hoher aber auch besonders zu niedriger Glukosespiegel, Mangel an wichtigen Mikro- und Makronährstoffen wie Eisen, Magnesium, Zink, Vitamin B- Komplex, bestimmten Aminosäuren, Omega-3-Fettsäuren etc., toxische Belastung durch Nahrungsmittelzusatzstoffe, Lebensmittelchemikalien, synthetische Aromen und Geschmacksverstärker und vieles mehr.Zahlen aus Dänemark, Frankreich, Italien und den Niederlanden zeigen auf, dass Kinder hier bis zum 12-fachen des akzeptablen mit der Nahrung aufnehmen.
  3. Durch eine Ernährung, die frei von Zusatzstoffen ist,  konnten bei verhaltensauffälligen Kindern binnen weniger Wochen signifikante Besserungen und teilweise Symptomfreiheit beobachtet werden!
  4. Es ist belegt, dass ein Defizit an Mikronährstoffen zu Verhaltensauffälligkeiten und erhöhter Aggressivität führen kann. Allein die Aufnahme eines Multinährstoffpräparates konnte die Häufigkeit von antisozialem Verhalten um 26 % und die Zahl der aggressiven Übergriffe um 35% reduzieren.
  5. Durch Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren konnte die Konzentrationsfähigkeit und die Verbesserung der Lese- und Sprachfähigkeit in der sogenannten Oxford-Durham-Studie belegt werden.
  6. Es gibt weiterhin keinen Zweifel, dass toxische Umweltgifte und Schwermetalle auf die Hirnentwicklung einen entscheidenden und außerordentlich negativen Einfluss ausüben können.
  7. Belegt ist, dass Passivrauchen die Leseleistung bei Kindern reduziert, weiterhin ist belegt, dass Agrochemikalien (neurotoxische Pestizide etc.) die Lernfähigkeit erheblich beeinträchtigen können. Politiker haben hier ohne Rücksicht auf die Verbraucher, die Höchstwerte für Pflanzenschutzgifte radikal nach oben gesetzt, so wurde die zulässige Höchstmenge von Chlortalonil von 0,01 mg auf 1,0 mg ,. Also um den Faktor 100 !! , erst 2007 nach oben gesetzt, ein Mittel, das in den USA als hoch krebserregend angesehen wird. Unter Berücksichtigung individueller, genetisch bedingter Störungen der Entgiftung – immerhin 40 % der Bevölkerung weisen hier Minderaktivitäten von wichtigen Entgiftungsenzymen auf – ist es vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich, dass nicht nur AD(H)S, sondern viele chronische Zivilisationserkrankungen rapide zunehmen.
  8.  Eine zunehmende Zahl von Nahrungsmittelunverträglichkeiten bis hin zur Glutenunverträglichkeit ist die Konsequenz. Dabei können derart unverträgliche Nahrungsmittel ausgeprägt cerebrale Reaktionen auslösen!

Wenn das Zentralnervensystem betroffener Kinder durch toxische Umweltprodukte, falsche und unzureichende Ernährung, unverträgliche Nahrungsmittel, Schwermetalle etc. vorgeschädigt ist, findet sich nicht selten zusätzlich eine erhöhte Empfindlichkeit auf elektromagnetische Felder, also sogenannter Elektrosmog.

Zusammenfassend stellt das ADHS-Syndrom ein erhebliches diagnostisches und therapeutisches Problem dar, das nur durch differenziertes Eingehen auf die Individualität des Kindes, seiner familiären und schulischen Situation, seiner individuellen Konstitution, eventueller genetischer Faktoren und vielem mehr sinnvoll angegangen werden kann. Mit der alleinigen Verschreibung von Ritalin entzieht sich sowohl der Arzt, als auch die Familie der zeitaufwendigen Abklärung und Therapie. Ernährungsumstellung, Substitution von Mikro- und Makronährstoffen, therapeutische Unterstützung von Kindern und Eltern, Information des Klassenlehrers und vieles mehr, sind erforderlich, um den Kindern mit ADHS eine optimale Hilfe zukommen zu lassen.

Leider wird die gesellschaftliche Diskussion über die von der Politik, der Industrie, der Pädagogik und der Ärzteschaft zu verantwortende erkrankungsfördernde Gesamtsituation nicht geführt und letztlich sogar gezielt verhindert.

Auch die Forschung klammert die notwendige Auseinandersetzung mit den Auswirkungen einer in vielfältiger Hinsicht toxischen Umwelt völlig aus.

Letztlich ist der Einzelne gefordert, sich tiefergehend zu informieren, um den betroffenen Kindern ein Optimum an Unterstützung und damit eine gesunde Entwicklung unter widrigen Umständen möglich zu machen.

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